Ortsteil Marienthal

Ortsvorsteher: Fred Ziethmann (WG Bürger für Marienthal)
Ortsbeirat: Kathrin Findeisen (SPD); Lothar Staffe (WG Bürger für Marienthal)
Bevölkerung: 446, davon 219 weiblich, 227 männlich
Dorftyp: Straßenangerdorf ( Info)
erste urkundliche Erwähnung: 1755 Schifferdorf
Sehenswürdigkeiten:
  • Wentow-Kanal: Verbindung zwischen Havel und Wentowseen
  • Trottheide: Industriefolgelandschaft des Tonabbaus an der Havel; seltene Pflanzen und Vögel
  • Evangelische Kirche: kleiner Fachwerkbau mit Dachtürmchen um 1782

 

Veranstaltungen in Marienthal

Historisches:
Das Brandenburgische Grenzdorf Marienthal wurde 1754 - 56 - zur Zeit Friedrich des Großen - entlang der Landstraße am Übergang über den Wentowkanal angelegt und besiedelt. Der Legende nach hat der " Alte Fritz " selbst auf einer Inspektionsreise den bis dahin namenlosen Ort besucht. Er sei auf ein kleines Mädchen getroffen, das Marie hieß, und habe verfügt, dann solle dieses Dorf Marienthal heißen. Vor dem Bau der heutigen B 96 Anfang des 19. Jahrhunderts führte durch Marienthal eine wichtige Fernverbindung von Berlin nach Mecklenburg. Der Wentowkanal wurde 1732 als Verbindung zwischen Wentowsee und Havel angelegt.
1763 entstand die vom Domänenamt Badingen angelegte erste Kolonistensiedlung. Hauptsächlich Leineweber fanden hier eine neue Heimat, später wurden hier auch Hugenotten angesiedelt.

Die Geschichte Marienthals ist eng mit der Schifffahrt verbunden.
1816 wurde der Wentowkanal ausgebaut, so daß er auch mit Odermaßkähnen befahrbar wurde.
1842 gründete sich der Schifferverein, der bis heute besteht und jedes Jahr traditionell seinen Schifferball feiert.

Der eigentliche Aufschwung der Gemeinde begann aber mit der Entwicklung der Ziegelindustrie und der damit verbundenen Zunahme der Binnenschifffahrt. Zahlreiche Häuser im Ort sind Zeugnis für den Wohlstand der Bürger in der damaligen Zeit. Durch die Entdeckung der Tonvorkommen zwischen Zehdenick und Marienthal wurde nach 1880 die Ziegelindustrie ansässig und der Charakter von Landschaft und Dörfern tiefgreifend verändert. Neben Zieglern bildeten die Schiffer der Lastkähne, die vor allem zum Ziegeltransport eingesetzt wurden, eine große Bevölkerungsgruppe. Seit 1841 ist bis heute ein Schifferball der festliche Höhepunkt jeden Jahres.

Am Nordufer des Wentowkanals - direkt neben der über den Kanal führenden Brücke - wurde 1782 die Marienthaler Kirche erbaut. Ungewöhnlich ist, daß der Fachwerkbau in Nord - Süd - Ausrichtung errichtet wurde. Über dem Nordgiebel befindet sich ein kleiner Dachreiter mit geschweifter Haube. Die im Dachreiter befindliche eiserne Glocke wurde bereits 1734 gegossen. Das Innere der Kirche wurde 1960 umgestaltet. An der Nordwand der Kirche ist in gleicher Breite - ebenfalls in Fachwerk - das etwas niedrigere Küsterwohnhaus angebaut. 1995 wurde der Bau saniert. Vor der Kirche steht ein Gedenkstein für die Gefallenen des 1. Weltkrieges.

 
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